Die eucharistische Anbetung im Neumünster

Die eucharistische Anbetung in der Anbetungskapelle des Neumünsters ist der Frömmigkeit der so genannten „ewigen Anbetung“ zugeordnet. Die „ewige Anbetung“ bildet eine Gebetskette durch das gesamte Bistum: An jedem Tag des Jahres hält eine Pfarrei des Bistums in ihrer Pfarrkirche den ganzen Tag über eucharistische Anbetung. Im Dom findet diese „ewige Anbetung“ am 1. und 2. Juli statt. Das Neumünster ist am 30. Juli eines jeden Jahres innerhalb des großen Reigens der „ewigen Anbetung“ in der Diözese Würzburg an der Reihe.

Neben dieser Gebetskette durch das gesamte Bistum hat Bischof Julius Döpfner mit der Wiedereröffnung des Neumünsters nach dem Zweiten Weltkrieg die tägliche eucharistische Anbetung in der Kreuzkrypta ins Leben gerufen. Bischof Döpfner wollte in der Grabeskirche der Frankenapostel mit der eucharistischen Anbetung ein geistliches Zentrum für das Gebet schaffen. Er hat dieses Anliegen den Schwestern des Erlösers anvertraut, die für die tagtägliche Anbetung Sorge getragen haben.

Nach der Renovierung des Neumünsters in den vergangenen beiden Jahren eröffnete Bischof Dr. Friedhelm Hofmann am 29. Juni 2009, dem Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus, im Anschluss an ein Pontifikalamt diese eucharistische Anbetung in der Anbetungskapelle der Kreuzkrypta wieder neu. Es ist dem Bischof ein großes Anliegen, auch heute möglichst vielen Menschen die tägliche eucharistische Anbetung zu ermöglichen. Gerade weil in den einzelnen Pfarreien im Bistum Zeiten für die eucharistische Anbetung nur noch selten zustande kommen, erscheint das Neumünster im Zentrum Würzburgs umso geeigneter dafür. Im Sinne einer Citypastoral, die Menschen in der Stadt abholen und in die Tiefe führen will, kann hier mitten im Herzen Würzburgs wieder ein geistliches Zentrum entstehen, das für unzählige Menschen auf deren täglichem Weg liegt.

Die Kirche von heute steht vor der Herausforderung, Orte zu schaffen, an denen die Menschen zur Besinnung kommen, ruhig werden und anbeten können. „Wenn es uns gelingt, eine verstärkte Eucharistie-Frömmigkeit in den Alltag des kirchlichen Lebens einzubinden, schaffen wir Oasen, in denen die Menschen aus der Hektik ihres Alltags, aus ihrer Frustration heraus können und sich der größeren Dimension ihres Lebens und Glaubens bewusst werden“, erklärt Bischof Dr. Friedhelm Hofmann Sinn und Zweck dieses kirchlichen Angebots.

Zeiten der stillen eucharistischen Anbetung

Im Anschluss an die Frühmesse um 6:30 Uhr in der Anbetungskapelle besteht werktags zwischen 7 und 17 Uhr die Möglichkeit zur stillen eucharistischen Anbetung. Von Montag bis Freitag schließt sich um 17:30 Uhr die Abendmesse an. Samstags, sonn- und feiertags beginnt die eucharistische Anbetung um 9 Uhr und endet um 17 Uhr. Um 17:30 Uhr schließt sich die Vesper an.

An jedem Vorabend des ersten Freitags im Monat, dem Gebetstag um geistliche Berufe, wird die eucharistische Anbetung bis 21 Uhr verlängert und schließt dann mit einer Messfeier, die vom Päpstlichen Werk für geistliche Berufe gestaltet wird.

Gebetsgemeinschaft Adoramus

Auch heute noch tragen die Schwestern des Erlösers zusammen mit anderen Ordensgemeinschaften und engagierten Laien die eucharistische Anbetung. Wenn Sie zu dieser im Jahr 2009 von Dompfarrer Dr. Jürgen Vorndran gegründeten Gebetsgemeinschaft dazu kommen wollen, wenden Sie sich bitte an:

Dompfarramt Sankt Kilian
Telefon 0931/38662800
dompfarramt@bistum-wuerzburg.de

Die Gemeinschaft Adoramus verpflichtet sich regelmäßig, eine Stunde in der Woche oder im Monat die eucharistische Anbetung im Neumünster mitzutragen. Selbstverständlich sind Sie eingeladen, jederzeit Stille und Besinnung bei der eucharistischen Anbetung im Neumünster zu halten.

„Ich darf [...] ein schönes Wort von Edith Stein, der heiligen Mitpatronin Europas, zitieren, die in einem Brief geschrieben hat: ,Der Herr ist im Tabernakel gegenwärtig mit Gottheit und Menschheit. Er ist da, nicht Seinetwegen, sondern unseretwegen: weil es Seine Freude ist, bei den Menschen zu sein. Und weil Er weiß, dass wir, wie wir nun einmal sind, Seine persönliche Nähe brauchen. Die Konsequenz ist für jeden natürlich Denkenden und Fühlenden, dass er sich hingezogen fühlt und dort ist, sooft und solange er darf.‘ Lieben wir es, beim Herrn zu sein. Da können wir alles mit ihm bereden. Unsere Fragen, unsere Sorgen, unsere Ängste, unsere Freuden, unsere Dankbarkeit, unsere Enttäuschungen, unsere Bitten und Hoffnungen. Da können wir es ihm auch immer wieder sagen: Herr, sende Arbeiter in deine Ernte. Hilf mir, ein guter Arbeiter in deinem Weinberg zu sein.“

Papst Benedikt XVI. bei einer Vesper in Altötting im September 2006

Die neu gestaltete Kreuzkrypta